Das Pizza-Dilemma und die richtigen Entscheidungen

Eine Welt voller Möglichkeiten…….treibt mich manchmal in den Wahnsinn!

Vielleicht kennt ihr das auch. Ich nenne es “mein Pizza-Dilemma”, trifft aber auf alle anderen Lebenssituationen zu, zu mindestens sehr viele.

Ich gehe mit meiner Familie zu unserem Lieblings-Italiener. Was ganz Besonderes. Ich freue mich. Und an Appetit fehlt es mir auch nie. Der Duft der Pizza und Gewürze begleitet mich schon den ganzen Tag. Ja, das wird ein Fest!

Dann ist es soweit. Wir sitzen an unserem Tisch, bestellen schon mal die Getränke. Giovanni überreicht uns die Karten. Aber ich glaube, er weiß schon, was ich bestellen werde… Denn jetzt geht die Irrfahrt los…

Es stehen ca. 20 Pizzen zur Auswahl. Zuerst überfliege ich das Angebot nur. Bleiben noch 5-6, die in die engere Auswahl kommen. Jetzt wird akribisch geprüft. Was ist gleich, was ist unterschiedlich. Aus was habe ich Appetit? Wie immer, am liebsten alles. Während ich immer noch versuche, eine Entscheidung zu treffen, stoße ich durch Zufall auf Nummer 8. Die steht eigentlich gar nicht auf meiner Short-List, hört sich aber plötzlich total lecker an. Aber Moment! Da ist ja keine Salami drauf. Salami sollte es heute aber schon sein. Hm, dafür aber Champignons, die sind ja hier immer besonders lecker. Ah, Nummer 14 hat beides, dafür sind dort aber Sardellen drauf, die mag ich eigentlich nicht. Und sie ist noch 2 Euro teurer. Ne, 2 Euro für die Sardellen, die ich eigentlich nicht mag, das ist mir zu viel. Also was nun? Pizza einfach komplett neu zusammenstellen? Hatte ich schon mal, da war das Ende vom Lied, dass ich viel mehr drauf hatte, als ich wirklich gebraucht habe. Und irgendwie haben manche der Zutaten auch gar nicht wirklich zueinander gepasst. Nein, keine Option heute.

Ich mach’s kurz: das ganze Spiel geht so lange, bis Giovanni da steht und entnervt auf meine Bestellung wartet (die Familiy übrigens auch). Also bestelle ich: es wird die Pizza Milano, wie die letzten zigmal vorher auch. Ich weiß, dass es sicherlich noch andere guten Pizzen gibt. Vielleicht sogar welche, die mir viel-viel besser schmecken würden, aber bei der Milano weiß ich was ich habe, das passt schon. Lieber auf Nummer sicher.

Und was soll diese Geschichte in einem Blog für Geschäftsprozesse?

Seit ich nicht mehr selbständig bin und ein Unternehmen zu führen habe, muss ich ständig Entscheidungen treffen. Auch wir brauchen ein CRM, wir müssen digitalisieren, wir müssen Social Media machen, Ads schalten….wir müssen Datenschutz beachten, virtuell arbeiten, brauchen gemeinsame Laufwerke…und und und…und wollen dabei immer so einfach, effektiv und effizient wie möglich arbeiten.

Oft ist es dabei so wie bei meiner Pizza-Auswahl: es gibt so viele Möglichkeiten, dass ich mich schwer entscheiden kann. Und je mehr ich versuche, Klarheit reinzubringen, umso größer werden oft meine Zweifel und Fragezeichen. Das kann dazu führen, dass ich mich lieber gar nicht entscheide. Bei einer Pizza ist das nicht so dramatisch. Im Unternehmen sind Veränderungen irgendwann dringend notwendig. Ansonsten bleibt irgendwas auf der Strecke: Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsposition, Zufriedenheit (Kunden oder Team), Qualität oder ähnliches.

Was benötige ich also, um mit gutem Gefühl eine fundierte Entscheidung zu treffen? Ich muss wissen, welche Möglichkeiten ich habe und was sich hinter jeder Möglichkeit verbirgt, vor allem:

  • kurz- und langfristiger Nutzen
  • kurz- und langfristigen Kosten / Aufwand (oft sieht man nur die initialen Kosten / Aufwand, nicht aber, was noch auf einen zukommen kann)
  • Konsequenzen und Auswirkungen, die die Entscheidung hat (für mich und alle anderen)
  • Konsequenzen und Auswirkungen, wenn ich mich nicht dafür entscheide

Was ich also benötige, ist vollständige Transparenz. Und um die herzustellen, brauche ich Geschäftsprozesse. Nicht mehr, aber nicht weniger.

Geschäftsprozesse bringen viele Nutzen und Vorteile. Sie helfen aber vor allem dabei, die richtigen und wichtigen Entscheidungen zu treffen:

  • Sie schaffen Transparenz
  • Sie dokumentieren den Status-Quo und die Zusammenhänger aller einzelner Abläufe
  • Sie bieten die Möglichkeit, Möglichkeiten aufzuzeigen und Zielzustände darzustellen
  • Sie zeigen genau, welche Auswirkungen Entscheidungen auf das gesamte Unternehmen haben können
  • Sie bieten eine Schritt-für-Schritt Anleitung, um die Entscheidungen umzusetzen

Irgendwie scheint mir, sind Entscheidungen im Unternehmen für mich einfacher zu sein, als die richtige Pizza auszuwählen .

Ich bin gespannt: was beschäftigt euch, wenn es um Entscheidungen geht? Wie helft ihr euch weiter?

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