Diäten und Sollprozesse & Projekte

Wer mich kennt, der weiß es: ich bin so ein richtiger Genuss-Mensch, vor allem was das Essen anbetrifft. Da der Sport bei all dem Genuss und Prozessmanagement regelmäßig auf der Strecke bleibt, macht sich das natürlich an meinem Bauchumfang bemerkbar.

Der Prozess „Sterben“ ist allerdings erst sehr weit entfernt in meiner Wertschöpfungskette zu finden. Also unterziehe ich mich regelmäßig einer Körperoptimierung, in meinem Fall ist das meist eine Stoffwechselkur, die vor allem auf sehr bewusster Ernährung beruht. Da ich kein Ernährungsexperte bin und es auch darum eigentlich nicht geht, mache ich es kurz: ich setze mir ein Ziel, und nehme dann die erforderlichen Kilos auch ohne Probleme ab.

Eine wichtige Erkenntnis

Allerdings ist mir eins neulich aufgefallen: was ich in diesen Kuren mache, ist nicht nur genau auf meine Ernährung zu achten, sondern ich kontrolliere auch jeden Tag mein Gewicht. So hart es auch sein mag, ich stelle mich jeden Tag auf die Waage! D.h. ich stelle jeden Tag grob fest:

  1. Funktioniert mein Plan und bewege ich mich in die richtige Richtung?
  2. Habe ich vielleicht die letzten Tage etwas anders gemacht und muss den Plan korrigieren?

An dieser Stelle nichts weltbewegend Neues. Was mache ich aber, wenn ich mein Ziel erreicht habe? In der Rege behalte ich die gesunde Ernährung noch eine zeitlang bei, dann schleichen sich die ersten Sünden ein, und irgendwann verfalle in wieder in mein altes Schema. Klassischer JoJo Effekt würde man sagen. Dazu kommt, und das ist für mich grad eine wesentliche Erkenntnis: mit Erreichen meines Wunschziels gehe ich nicht mehr auf die Waage. Gar nicht mehr. Ab dann misst nur noch mein persönliches Empfinden, ob ich wieder zugelegt habe, und wie schlimm es wirklich ist. Das persönliche Empfinden ist leider sehr trügerisch. Immer wenn ich denke „ach bestimmt 2-3kg drauf“ und am Ende dann die nackten Fakten sehe, erkenne ich das überdeutlich.

Der Transfer aufs Business

Übertragen auf Prozesse und Projekte bedeutet dies: wer seine Ziele erreichen will, sollte diese klar vor Augen haben und regelmäßig überprüfen.

In Projekten können dies Termine, Meilensteine oder einzelne Aufgabenpakete sein. Bei Prozessen wiederum ist es wichtig, diese erst einmal transparent zu haben, d.h. sie überhaupt sehen zu können. Dazu ist es notwendig, diese zu dokumentieren und / oder zu visualisieren. Im Fall von Ist-Prozessen, die man für die Abläufe im Tagesgeschäft benutzt, bedeutet dies: ich kann immer sehen und prüfen, dass ich meinen Ernährungsplan noch einhalte. Macht jemand etwas anders, kann ich es erkennen und gegensteuern (ob beim Menschen oder Prozess). Regelmäßiges Beobachten führt außerdem dazu, dass ich sicherlich immer wieder neue Verbesserungsmöglichkeiten entdecke.

Möchte man Soll-Prozesse gestalten, so lässt sich diese Logik ebenso übertragen:

  • Ich muss regelmäßig prüfen, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin
  • Aus der Kontrolle muss ich lernen und gegebenenfalls anpassen
  • Ich sollte mir ein großes Ziel setzen, dies aber in kleinen Etappen umsetzen bzw. erreichen. Darüber darf man sich dann auch freuen (ich freu mich über jedes kg! Das gibt mir immer zusätzliche Motivation!)

Fazit

Wie so oft, das Leben an sich gibt uns schon genügend Lehren darüber, wie auch unser Business gut funktionieren kann. Man muss nur mal die Augen aufhalten. Für die Prozess- und Projektarbeit bietet das Abnehmen ein gutes Beispiel, wie man durch klare Ziele, kleine Schritte und regelmäßige Kontrolle und Anpassung sein Ziel erreichen kann. Aber Vorsicht: um den JoJo-Effekt zu vermeiden, sollten Sie auch bei der Prozessarbeit niemals auf die Nachkontrolle verzichten, sobald ein Prozess fertig gestaltet und eingeführt ist. Das können Sie dann z.B. mit regelmäßigen Prozessreviews oder Prozessaudits.

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